Die Zeit ist erfüllt!

Veröffentlicht in Arme Ritter Christi, Kontempltives, Wort zum Sonntag mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Januar 21, 2012 von Bruder Berthold

Wort zum Sonntag

22. Januar 2012

Liebe Schwestern und Brüder in Christi,

Im heutigen Evangelium fasst Markus den Inhalt der Botschaft Jesu in einem genialen programmatischen Satz zusammen, der gleichsam die Überschrift über sein Evangelium ist. Jesus verkündet:

Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um,
und glaubt an das Evangelium! (Mk 1,15)

Schon sehr lange wartete Israel auf den verheißenen Messias – den wahren König, Priester und Propheten. Nun kommt der Verheißene mit dem unscheinbaren Namen: Jesus aus Nazaret. Damit gilt für Israel: Die Zeit ist erfüllt!

Auch für Rom erfüllt sich die Zeit, wenn auch in ganz anderen Bereichen. Für diese Weltstadt war der Gipfelpunkt erreicht im Herrschen über viele Völker in einem großen Reich, das sich über drei Kontinente erstreckte, mit der Organisation seiner Machtausübung durch ein ausgefeiltes Reichsgesetz, einer beachtlichen Disziplin im Heer, einer Währung, einer genialen Infrastruktur, einer erstaunlichen Kriegskunst,
seiner großartigen Bautätigkeit – alles war so perfekt wie noch nie in der damaligen Welt.  Die Zeit ist erfüllt!

Die Griechen – von den Römern besiegt, dennoch die Lehrer der Römer – hatten mit ihrer Philosophie, ihrer Kunst in Dichtung, Theaterkünsten, Dramen und Tragödien, Architektur, Bildhauerei, Malerei eine Höhe erreicht, die alles bisherige in den Schatten stellte.
Auch für sie galt: Die Zeit ist erfüllt!

Absolute Höhepunkte waren erreicht.

Gleichzeitig aber starb der Glaube an die Götter und damit auch jede Ethik bei diesen Völkern. Moralische Abgründe taten sich auf. Erschreckende Sittenlosigkeit, Korruption, Grausamkeit und unersättliche Begierden in der Gesellschaft machten sich breit, was in den griechischen Dramen und den römischen Spielen zum Ausdruck kam.
Dennoch sehnte man sich nach echter Religion und interessierte sich sehr für entsprechende Ideen, die gelegentlich aus dem Orient nach Europa gelangten.

Die Zeit war voller Erwartung – reif für etwas Neues, Großes.
Somit formuliert Markus in vieler Hinsicht sehr treffend:
Die Zeit ist erfüllt.

Man kannte viele untergegangene Reiche, die alle letztlich enttäuscht hatten. Man ahnte, dass auch das Römische Reich nicht ewig bestehen wird, was die Aufstände im Osten und die Drohungen aus dem Norden deutlich machten.

Unter diesen Begleitumständen predigte Jesus: „Das Reich Gottes ist nahe!“ das sich von allen Reichen dieser Welt beträchtlich unterscheidet; er illustrierte es gleichsam mit seinen Heilungen und Wunderzeichen und machte es erfahrbar durch seine Güte und Menschenfreundlichkeit und letztlich in seiner Auferstehung von den Toten.
Der Mensch gewordener Gottessohn Jesus Christus ist der Anfang dieses Gottesreiches in unserer Welt. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen für seine Zuhörer – damals wie auch heut:

1.    Kehrt um! – d.h. besinnt euch auf die schenkende Güte Gottes, auf die Regeln Gottes, stellt alles Unrecht ab, werdet selbstkritisch, hinterfragt eure Lebenspraxis und -

2.    Glaubt an das Evangelium! – Hört auf das Wort Jesu, denkt, redet und handelt nach der Liebe, nach der sich jeder Mensch sehnt, die Jesus sehr konkret in seinem irdischen Leben verwirklicht hat.

Die Menschen aller Jahrhunderte und aller Kontinente sind dazu eingeladen. Deshalb hat Christus seine Kirche gegründet, die als `Zeichen und Werkzeug´ weltweit die Menschen auf dieses Reich Gottes hin anspricht, versammelt und führt.

Für diese große Aufgabe sucht Jesus im heutigen Evangelium Jünger, die ihm bedingungslos und konsequent folgen, wie unser heutiger Abschnitt aus dem Evangelium des Markus berichtet.
Die beiden Fischer vom See Gennezaret Simon – der spätere Petrus – und sein Bruder Andreas – sind nach Mk die ersten beiden Jünger, die ihm folgen. Sie lassen sich herausrufen aus ihrer Welt, um einer größeren zu dienen und sie zu gewinnen.
Ebenso konsequent folgen die beiden Brüder Jakobus und Johannes – von ihrem Vater Zebedäus ohne Widerspruch aus dessen Fischereibetrieb freigegeben.

Seit 2000 Jahren wirkt dieser Satz, diese Botschaft, dieses Angebot Gottes in unserer Welt. Zu allen Zeiten fanden und finden sich Menschen, die diesen Ruf Jesu hören und befolgen. Gott will das Heil für uns alle. Er will letztlich alle Menschen in seinem Reich versammeln. Deshalb schickte er schon Jona nach Ninive – unsere heutige Lesung – und ließ seine Heilsbotschaft ausrichten. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus (Jona 3,10).

Auch heut ergeht sein Ruf und noch immer gilt sein Angebot.
Trotz aller Fortschritte erkennen auch wir die Begrenztheit unserer Welt und den Frust vieler unserer Zeitgenossen. Wir sehen aber auch das Bemühen um die Mängel unserer heutigen Gesellschaft und die rätselhafte Hoffnung in den Menschen, die für eine bessere Welt aktiv sind. Wir werden durch die heutige Botschaft erinnert an Möglichkeiten, die uns in die Hände gegeben sind und die wir nutzen sollten:
Uns ist ja eine große Hoffnung geschenkt;
wissen um die Zusage Gottes an uns. sein Reich zu erben;
kennen die Richtung seines Bemühens:
der neue Himmel und die neue Erde;
dürfen uns als berufene und ernst genommene Mitarbeiter Jesu verstehen
und können sicher sein, dass Gott letztlich alles vollenden wird,
auch das, was wir nicht schaffen können.
Denn was er begonnen hat, vollendet er auch.

Mit diesen großen Vorzeichen könnten auch wir uns rufen lassen zu den Aufgaben, die in unserer Welt, in unserer Kirche, in unserer Gesellschaft, in unseren Familien, in unserer eigenen Lebenspraxis übernommen und erledigt werden sollten. Das kann ein kluges Programm oder ein stiller Dienst sein, ein gutes Wort zur richtigen Zeit und am rechten Ort und was Benedikt XVI. den Pilgern am 18.01.2009 in Rom sagte:
„Im Evangelium hören wir von der Berufung der ersten Apostel. Bei der Begegnung mit Jesus wurde jeder von ihnen persönlich zur Nachfolge berufen. Freudig wollen auch wir Christus nachfolgen, das heißt, bei Ihm bleiben, in eine Lebensgemeinschaft mit Ihm eintreten.
Wir wollen den Herrn darum bitten, dass er uns hilft, die Trennungen zu überwinden und uns die Einheit der Kirche schenkt als Zeugnis vor der Welt, damit sie glauben kann an Jesus Christus als den Herrn der einen Kirche.” Amen.

Euch einen gesegneten Sonntag.

Brüderliche Grüße,

+nnDnn+

Fr. ‡ Berthold

„Der Herr ist mein Hirte“ (Psalm 23)

Veröffentlicht in Arme Ritter Christi, Kirchenjahr und Bräuche, Kontempltives, Wort zum Sonntag mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Januar 15, 2012 von Bruder Berthold

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Das Wort zum Sonntag
15. Januar 2012

Meine lieben Schwestern und Brüder in Christo,

Ihr werdet mir bestimmt alle nachsehen, dass ich Euch an diesem Wochenende ein „Wort zum Sonntag“ schuldig bleiben muss, aber der Orden hat sich hier in Marsberg zu seinem bereits 3. Generalkonvent zusammen gefunden, und wir hatten alle Hände voll zu tun.

Am heutigen Nachmittag sind die letzten der Schwestern und Brüder wieder abgereist. Sie kamen aus der Schweiz, aus Bayern, aus Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Was zurück bleibt sind unzählige Impressionen, tiefschneidende Eindrücke, viele Bilder, die einem kaum gestatten, einen wirklich klaren Gedanken zu fassen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Mann großer Worte und Gesten bin. Ich mag es lieber kurz und knapp, ohne Blumen und Firlefanz. Ich habe nicht studiert und habe von daher auch keine akademischen Titel vorzuweisen. Das alles brauche ich auch nicht, um Euch  allen eines hinterher zu rufen, das von tiefstem Herzen kommt: DANKE.

Der 3. Generalkonvent wird verarbeitet werden müssen, die 4 Brüder, die die feierliche Investitur erhalten haben, werden sich wahrscheinlich auch noch an diesen großen Schritt gewöhnen müssen, … und die unzähligen Bilder, die geschossen wurden, müssen erst einmal durchgesehen und ausgetauscht werden, so dass jeder der Ordensangehörigen und –Freunde in wenigen Tagen auch einen kleinen Eindruck vom diesem erfolgreichen, zukunftsweisenden und schönen Generalkonvent bekommen kann.

Doch dass wir das „Wort zum Sonntag“ haben ausfallen lassen, beschäftigt mich sehr, denn das „Wort zum Sonntag“ haben wir in sehr eindrucksvoller Weise heute Morgen auf dem Investiturgottesdienst in der kleinen, hoch über Marsberg gelegenen Kalvarienkapelle erhalten, und zwar von einem gerade erst zum Ritter geschlagenen Ordensbruder, Bruder Frank, der die Feierlichkeit und die Festlichkeit des Augenblicks mit seiner Betrachtung zum Psalm 23 krönte.

„Der Herr ist mein Hirte“ – die ersten Worte reichen vollkommen aus, in unserem Herzen eine Ergriffenheit und eine Erhabenheit zu spüren. „Der Herr ist mein Hirte“, als „Psalm vom guten Hirten bekannt“, wird sehr gerne in Zeiten der Trostlosigkeit gebetet, um wieder Trost zu finden. „Der Herr ist mein Hirte“ ist aber auch für mich der Psalm der Zuversicht und des unbedingten Vertrauens auf die unermessliche Güte, die Liebe und die große Gnadenfülle des Dreifaltig Einen. Denn auch wenn mich ALLE im Stich lassen, auch wenn mich ALLE verraten und verkaufen, auch wenn ich hungern und dürsten muss nach der Wahrheit, nach der Gerechtigkeit, nach dem Halt und dem Fels … in IHM finde ich alles.

Wenn ich mich recht erinnere, war der Psalm 23 der allererste Psalm, den ich als Kind kennen lernen durfte, und in großen Teilen, in den WICHTIGSTEN Teilen, kann ich ihn auch auswendig. „Der Herr ist mein Hirte“ und „auf DICH vertraue ich“ passen meiner Meinung nach unbedingt zusammen, denn der gemeinsame Nenner ist die „Barmherzigkeit“, die Güte und die Treue Gottes zu uns, auf die wir vertrauen dürfen – auf die wir vertrauen MÜSSEN.

Ich erlaube mir, den Psalm 23 den neuen, heute erst zum Ritter geschlagenen Rittern als Ritter-Devise mit auf den Weg zu geben. Er soll Bruder Frank, Bruder Marcel, Bruder Michael und Bruder Thomas vom heutigen Tag an Euer Wegbegleiter sein. Legt diesen Psalm als Zettelchen in Eure Brieftasche oder hängt es an Euer Bett. Klebt es ans Armaturenbrett Eures Autos oder an Euer Schreibtisch – auf dass es nicht nur irgend ein Psalm, irgend ein Gebet, sondern auf dass es Eure innerste Überzeugung werde, dass NUR in IHM Zuversicht, Halt und Treue liegen.

Ein Ritter, der die ritterlichen Tugenden wie Mut, Tapferkeit, Edelmut, Großzügigkeit und Standhaftigkeit zu üben sucht, weiß dann ganz genau, wo er die Quelle aller dieser Tugenden findet: in DEM, der bei mir ist und der mich trägt, selbst wenn ich durch das Tal der Finsternis und des Todes wandle. Ehre sei IHM. Amen.

Einen schönen Sonntagabend und einen guten Wochenstart wünsche ich Euch,

mit brüderlichem Gruß,

+ nnDnn +

Fr. ‡ Berthold

1 Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

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Zur Investitur (15. Januar 2012)

Veröffentlicht in Allgemeines, Arme Ritter Christi, Kontempltives, Ordensaktivitäten, Pressemitteilung, Templerorden am Januar 15, 2012 von Bruder Berthold

Liebe Schwestern und Brüder in Christo,

Leben heißt für den Menschen: wachsen und reifen, und immer wieder: lernen. Man ist so lange ein lebendiger Mensch, als man bereit ist, es zu werden. Und der ist ein Christ, der weiß, dass er es erst werden muss, jeder mit der besonderen Gabe und Berufung, die er empfangen hat. Das Große wäre, jeden Tag und jede Stunde zu wissen: Hier ist mein Weg, hier meine Aufgabe, hier begegnet mir Christus. Last uns nun diesen Weg beschreiten den du Herr für uns vorgesehen hast.

„Herr, himmlischer Vater:  durch deine ewige Liebe, die dich neigt zu der menschlichen Natur: neige dich in mich!
Herr Jesus Christus: durch die Treue, in der du dein Werk vollbracht hast deinem Vater zu Lob und Ehren: wirke in mir deines Vaters Lob vollkommen!
Herr Jesus Christus: durch deiner Mutter Ehre und deines Todes Kraft: töte in mir alles Ungöttliche, und pflanze in mir dein göttliches Bild zu deinem Lob!“

Unten findet ihr die Worte, die ich Heute vor dem feierlichen Investiturgottesdienst in der Kalvarienkapelle gesprochen habe.Ich möchte mich noch einmal recht herzlich bei euch bedanken für den sehr erfolgreichen Generalkonvent.

Brüderliche Grüße,

+nnDnn+

Fr.‡ Berthold

Kalvarienkapelle, hoch über der Stadt Marsberg gelegen

 

Rede des Großmeisters Bruder ‡ Berthold
zur Eröffnung des Investiturgottesdiestes
Sonntag, 15. Januar 2012, Kalvarienkappelle Marsberg

 
Sehr verehrter Primas, lieber Dr. Schmidt,
meine lieben Schwestern, liebe Brüder,
meine lieben Freunde,

ich freue mich über alle Maßen, dass Ihr alle hier nach Marsberg gekommen seid, um gemeinsam – in geschwisterlicher Eintracht – einen großen Schritt in Richtung ZUKUNFT unseres Ordens zu beschreiten.

Der gestrige Generalkonvent hat mir persönlich – nach einer langen Zeit der Demütigung, der Enttäuschung und der grenzenlosen Unzufriedenheit – das Herz geöffnet. Der Generalkonvent hat mir wieder Vertrauen geschenkt in die Zukunft. Er hat mir Mut gegeben, einen endgültigen Schlussstrich unter dem Vergangenen zu ziehen und all dem, was geschehen und was NICHT geschehen ist, ein für alle Mal ein Ende zu machen.

Der gestrige Generalkonvent hat mich in neue, junge, frische Gesichter schauen lassen, deren Augen beseelt sind von dem tiefen Willen, einer Gemeinschaft anzugehören, die mit Herz und Verstand, die mit Hand und Fuß, die mit Liebe und gegenseitigem Vertrauen in eine geschwisterliche Zukunft schreiten wollen. Eine Zukunft, die geprägt sein wird von ritterlicher Tradition, von Selbstbewusstsein und Hingabe an den Willen dessen, der uns gerufen hat, SEINE Ritter, die „Armen Ritter Christi“, zu werden.

Der gestrige Generalkonvent war für mich ein Musterbeispiel von Brüderlichkeit, von Respekt, von Offenheit und Toleranz ich bin außerordentlich stolz auf jeden einzelnen von Euch, – ich bin stolz auf unseren Orden, der – wie ein Fels in der Brandung – allen Widrigkeiten getrotzt hat, um nur NOCH gestärkter und zuversichtlicher in die Zukunft zu schauen.

Der gestrige Generalkonvent, meine lieben Schwestern und Brüder, hat aus seinen Reihen drei Brüder auserwählt, die am heutigen Tag als Krönung des Generalkonventes die feierliche Investitur erhalten sollen. Diesen Auftrag des Generalkonventes nehme ich mit Demut, mit Stolz und mit übergroßer Freude wahr, weil diese Entscheidung auch mit meinen Wünschen übereinstimmt. Und auch wenn aufgrund terminlicher Engpässe Seine Eminenz, der hochwürdigste Herr Erzbischof Dr. Schmidt, sich außerstande sieht, mit uns einen ausführlicheren Gottesdienst zur Erbauung unserer Seelen zu zelebrieren, weil er weitere Termine am Nachmittag wahr nehmen
muss, so danken wir Seiner Eminenz aus tiefstem Herzen, dass er gemeinsam mit uns diesen für einen Ritterorden bedeutenden Akt der feierlichen Investitur und der Ritterbenediktion vor nimmt. Es bedeutet uns SEHR viel, dass Sie, verehrter Primas, mit uns gemeinsam als geistliches Oberhaupt unseres Ordens die Tiefschläge der Vergangenheit überwinden helfen, um aus der Erfahrung zu lernen und mit besserem Wissen UND Gewissen in eine neue Zukunft starten – dafür danken wir Ihnen sehr.

Meine sehr verehrten, meine lieben Brüder, die Ihr nun wenige Minuten vor der feierlichen Investitur steht, ich möchte Euch fragen, ob Ihr den letzten Abend und die letzte Nacht der Tradition gemäß in Gebet, in Betrachtung und in reiflicher Überlegung verbracht habt? Habt Ihr Euch mit Eurem Kopf und mit Eurem Herzen entschieden, vom jetzigen Zeitpunkt aus bis zu Eurem Lebensende ein „Armer Ritter Christi“ zu sein? Habt Ihr Euch über die Konsequenzen Gedanken gemacht? Ihr seid, wenn ich jedem einzelnen von Euch den feierlichen Ritterschlag erteilt haben werde, vollständige Entscheidungsträger, Beauftragte des Ordens, Botschafter unserer Traditionen, unserer Prinzipien und Botschafter unserer ritterlichen Tugenden. Ihr werdet nun Botschafter der Tempelritter – der Tempelritter des 21. Jahrhunderts und vor allem derer, die sich im Jahre 1118 in Jerusalem zusammengefunden haben und vor dem König Balduin auf die Knie gegangen sind, um von nun an als eine EINHEIT hinauszugehen mit dem leuchtend roten, für alle Welt sichtbaren Kreuz auf der Brust.

Das Kreuz ist – so wie Jesus selbst vorausgesagt hat – zum Ärgernis für die Welt geworden. Das Kreuz, das das Symbol der Freiheit und der Erlösung ist, ist zum Zeichen der Demütigung, der Schmach und der Verfolgung geworden – und doch ist es das EINENDE Zeichen aller christlicher Ritterbünde auf der Welt. Das Kreuz ist das Symbol des Todes Christi – und nur DURCH sein schmachvolles Leiden und DURCH sein unsagbar schmerzlichen Tod hat er uns losgekauft von allen Ketten der Gefangenschaft.
Und auch wenn ein Beitritt in einen Ritterorden für viele Zeitgenossen wie eine Art Gefangenschaft scheint, weil sich die Ordensangehörigen in Demut und Bescheidenheit dem Willen des Vorgesetzten in unbedingtem Gehorsam unterwerfen lernen müssen, so ist es alles andere als eine Gefangenschaft oder ein BOOTCAMP, wo der Wille des einzelnen Individuums gebrochen werden soll. Mitglied in einem Ritterorden ist freiwillig – aber mit dem Schritt zum Ritterschlag eine Entscheidung, die man mit seinem Gewissen bis zu seinem Lebensende verantworten muss.

Dass dieses Gewissen aber ein reines und das Herz ein lauteres sein soll, symbolisiert die Kerze, die Ihr nachher erhalten werdet und die weißen Handschuhe. Aber auch der Mantel, den Ihr Euch umhängen werdet, dient nicht nur der Wärme und dem gemeinsamen Erkennungszeichen aller Tempelritter auf dem Erdenrund … der weiße Mantel bedeutet die Reinheit des Geistes und des Gewissens, die uns gestattet, die unsagbare Bürde mit dem nun beginnenden Leben als Ritter, auf unsere Schultern zu laden. Und es wird sehr viel werden, was Ihr Euch mit dem Mantel auf die Schultern laden werdet, das kann ich Euch versprechen: Sei es das Unverständnis der Umwelt, die Intoleranz der dem Relativismus verfallenen Zeitgenossen, den Spott und die Häme derjenigen, die Tradition als einem Schritt in die Vergangenheit betrachten, obwohl die Tradition, wie wir alle wissen, das Fundament ist, auf dem eine Zukunft in geordneten Verhältnissen gewährleistet ist. Die Tradition ist das bedingungslose Bekenntnis zu Werten, die unseren Vorvätern wichtig waren. Sie waren so wichtig, dass sie es wert waren, bis in unsere Zeit hinein getragen zu werden, auf dass WIR – unseren Vorvätern folgend – sie an die nächsten Generationen weiter geben sollen.

Es sind vor allem Werte, die sich aus den ritterlichen Prinzipien und Tugenden heraus kristallisieren – die wir alle SEHR WOHL kennen und über alles schätzen. Es sind Werte, die uns m hier und heute veranlassen, das Kreuz auf die Schulter und das Schwert in die Hand zu nehmen, um gemeinsam aufzustehen, um gegen die Ungerechtigkeit, die Unwahrheit und die immer unsozialer werdende Gesellschaft zu kämpfen.
Und gerade DIESES Erkennen, dass irgend etwas „FAUL ist im Staate Dänemark“, dass die Verkündigung der christlichen Botschaft immer mehr eingedämmt wird um Platz zu schaffen für eine Kultur des Todes, hat uns zusammen kommen lassen, um einen Geistes und eines Sinnes Partei zu ergreifen für Christus, der Kranke geheilt, der Weinende getröstet, der Hungernde gespeist … und der sogar Tote wieder auferweckt hat.

UNS Armen Rittern Christi wird es mit größter Wahrscheinlichkeit versagt bleiben, WUNDER zu wirken, aber seinem Beispiel zu folgen hat mit Wundern nichts zu tun, denn es ist KEIN Wunder, einem Hungernden ein Stück Brot zu geben, Es ist KEIN Wunder, einem Ratlosen Rat zu geben. Es hat mit WUNDER nichts zu tun, wenn ich einem Trauernden Trost und Mitgefühl schenke. Es hat auch NICHTS mit Wunder zu tun, wenn ich ALLES versuche dran zu setzen, jemanden davon zu überzeugen, dass er oder sie das werdende Leben NICHT dem Tode Preis gibt.

„Du sollst Gott über alles lieben – und Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“ – sind Worte, die zu Jesu Zeiten vielleicht Staunen und Verwunderung ausgelöst haben – UNS sollte es nach fast 2000 Jahren nur EINES sein: Eine Selbstverständlichkeit! Denn wenn ich dem Menschen versuche zu helfen, OHNE von der Liebe zu Gott getrieben zu werden, dann kann die Nächstenliebe keine wahre sein Meine Lieben Brüder: Dass IHR heute die feierliche Investitur erhaltet, ist ALLES andere als eine Selbstverständlichkeit: es ist eine Gnade. Wer auch IMMER danach trachtet, lieber gestern als morgen zum Ritter geschlagen oder zur Dame erhoben zu werden, ist unserer nicht würdig – das lasst mich bitte mit aller Deutlichkeit sagen.
Wer auch immer nach Höherem, nach Ruhm und Ansehen trachtet, der zeigt, dass er oder sie meilenweit von der Botschaft der heiligen Schrift entfernt ist. Wer auch immer danach trachtet, möglichst viele Urkunden und Auszeichnungen zu erhalten, wer Titel und Ehrenbekundungen sammelt wie andere Briefmarken, dem halten wir den Spiegel der Selbstsucht, der Hoffart und der Gottesferne vor die Augen, auf dass ER oder SIE erkenne, dass Titel, Auszeichnungen und Lob nur DANN Freude bereiten, wenn sie mit reinem Gewissen und mit lauterem Herzen, wenn sie mit Ehre und mit Tugendhaftigkeit, wenn sie mit Aufrichtigkeit und tadellosen Ansinnen erworben wurden.

Ihr, meine lieben Brüder, habt vom Hohen Generalkonvent die Erlaubnis erhalten, heute die feierliche Investitur zu erhalten – dazu gratuliere und beglückwünsche ich Euch aufs Herzlichste. Und wenn wir heute die feierliche Zeremonie beendet haben werden, dann gebe ich Euch EINEN wichtigen Rat mit auf den Weg: Hütet Euch davor, den Ritterschlag als etwas zu betrachten, was
Euch von Rechts wegen, oder weil Ihr schon SO vieles geleistet habt, zu steht. NEIN!!!
Es verhält sich gerade so, dass IHR mit dem heutigen Tag Eure Leistungen unter Beweis stellen müsst, denn nun werdet Ihr zur Verantwortung gezogen, in SEINE Nachfolge zu treten. Ihr müsst von nun an ein leuchtendes Vorbild sein für Eure Brüder und Schwestern, die noch Knappe oder Novizen sind. Ihr müsst ein Beispiel und ein Segen sein, für die, die Eurer Hilfe, Eures Mutes,
Eurer Standhaftigkeit und Eurer unverbrüchlichen Treue am meisten bedürfen.

Dazu werdet Ihr von mir, Eurem Ordensoberen, den Ritterschlag erhalten, und Seine Eminenz wird Euch seinen Segen erteilen, auf dass der Weg, den Ihr von nun an beschreiten werdet, ein Weg sein wird, der zwar steil, steinig und SEHR kurvenreich ist, der aber mit tiefem Gottvertrauen und mit den ritterlichen Tugenden in seinem Herzen eingebrannt sehr leicht beschritten werden kann, denn der Ritterschlag soll Euch -verbunden mit dem Segen des Primas – Stärke und Halt, Mut und Kraft, Tapferkeit und Feuer des Herzens schenken.

So bitte ich nun die Novizen und Knappen zum Altar des Herrn. (… die Gemeinde zieht feierlich in die Kalvarienkapelle ein …)

+ nnDnn+

Auf, werde licht!

Veröffentlicht in Arme Ritter Christi, Kontempltives, Kirchenjahr und Bräuche, Wort zum Sonntag mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , am Januar 8, 2012 von Bruder Berthold

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Wort zum Sonntag

8. Januar 2012

Fest der Erscheinung des Herrn

Liebe Schwestern und Brüder in Christi,

Heut am Fest der Erscheinung des Herrn ruft uns Jesaia in der ersten Lesung zu:

Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht,
die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir (Jes 60,1).

Seit der Geburt des Kindes von Betlehem, in dem Gott selbst Mensch geworden ist, steht der Himmel offen und bricht in unsere Dunkelheit das Licht Gottes ein bei all den christlichen Festen, die wir das Jahr hindurch feiern. Das beschreibt Lukas in seiner Weinachtsgeschichte. Das verkündet weit dramatischer auch Matthäus aus seiner Sicht. Folgen wir dem Matthäus am heutigen Fest. Er sieht ebenfalls den Himmel offen durch einen auffälligen Stern, der Heiden zum neugeborenen König Israels führt und verweist auf die Verheißung des Gottesmannes Bileam aus der Zeit des Auszugs Israels aus Ägypten, der dem Israel feindlichen König Balak ankündigte: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel (Num 4,17).
Matthäus berichtet von den suchenden Sterndeutern aus dem Osten, die in Jerusalem fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen (Mt 2,2).

Ja, der Himmel ist offen, aber in unserer Welt gibt es Finsternisse, die dieses Licht nicht ertragen, was schon Jesaia erkannte: Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker (Jes 60,2) – s. 1. Lesung.
Das wird in der Weihnachtsgeschichte des Lukas auch deutlich, die in der darstellenden Kunst weithin recht lieblich erscheint, aber doch die Verweigerung, die sich in seinem Evangelium immer wieder zeigt, klar aussagt: Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war (Lk 2,7).Und Johannes verkündet: Der Verheißene kommt in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf (Joh 1,11).

Bei Mt aber scheint die vorherrschende Finsternis alles Licht zu verschlingen: Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem (Mt 2,3) – statt als Israels König sich zu freuen, dass der Verheißene nun endlich kommt. Er will vielmehr das Kind töten, da er in ihm einen lästigen Konkurrenten sieht, und lässt sicherheitshalber in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten (Mt 2,16).

Die Hohenpriester wissen Näheres über den kommenden Messias und geben als Theoretiker Auskunft aus dem Propheten Micha: Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervor gehen, der über Israel herrschen soll (Mi 5,1), was leider keine praktischen Konsequenzen bei ihnen auslöst – weder Freude noch irgendein Zeichen der Offenheit für den, den sie offiziell verkünden und eigentlich erwarten. Auch sie haben in ihrem Herzen keinen Platz für den Verheißenen.

Johannes drückt das positive Wirken Gottes und das negative Verhalten unserer Menschenwelt in einem Satz aus: Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst (Joh 1,5), noch etwas krasser: Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf (Joh 1,11).

Dennoch verkündet uns Jesaias: Über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz (Jes 60,2f).

Das Gottesvolk versagt sich in seinen Repräsentanten dem Messias, aber heidnische Magier aus dem Osten kommen und beten an. Diese Tatsache hat schon die ersten Christen im Rom erfreut – das bezeugen entsprechende Fresken in den römischen Katakomben wie auch Bildwerke an vielen Sarkophagen aus den ersten christlichen Jahrhunderten – und hat ihnen Mut gegeben, die Verfolgungen zu bestehen; sie ahnten schon, dass dieses Kind in aller Welt angebetet werden wird, was uns heut beinahe als Selbstverständlichkeit erscheint.

Die Verschlossenheit des Gottesvolkes für seinen Gott hat eine lange Geschichte. Jesus stellte in Nazaret traurig fest – Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman (Lk 4,25ff), was diese Gemeinde sehr gegen ihn aufbrachte.
Jesus staunt aber auch sehr erfreut über den Glauben des römischen Hauptmanns von Kapharnaum, der Jesus voll und ganz vertraute:
Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. (Mt 8,10) – und fordert seine Jünger dennoch auf: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen (Mk 16,15).

Deshalb kann der Apostel im Brief an die Epheser klarstellen: Jetzt ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium (Eph 3,5f).

Wir sollten dem Ruf des Jesaia folgen und selber zu Licht werden in unserer noch immer recht dunklen Welt; sollten froh erkennen, dass Gott zu seinem Wort steht, das uns in den Verheißungen des AT und der Erfüllung im NT verkündet wird, und es dankbar annehmen; sollten uns auf den Weg begeben, der zu echter Anbetung unseres menschenfreundlichen Gottes führt und große Freude schenkt,  damit wir ihn glaubwürdig  bezeugen für alle Menschen, die nach ihm suchen, denn dazu sind wir berufen.

Amen.

Euch allen einen gesegneten Sonntag. Zudem wünsche ich allen christlichen Brüdern und Schwestern der östlichen Kirchen ein gesegnetes, gnadenreiches und friedvolles Theophania (Weihnachtsfest) – und Euch/uns allen möchte ich ans Herz legen, für unsere verfolgten christlichen Brüder und Schwestern in Nigeria und im Norden Afrikas zu beten, auf dass das göttliche Licht, welches in unsere Dunkelheit erschienen ist, ihnen Stärke, Mut und Kraft schenken möge.

Brüderlichen Gruß,

+nnDnn+

‡ Fr.Berthold

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„Venite adoremus, Dominum“

Veröffentlicht in Allgemeines, Arme Ritter Christi, Kirchenjahr und Bräuche, Pressemitteilung, Wort zum Sonntag mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , am Dezember 25, 2011 von Bruder Berthold

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Mit dieser kleinen

„Weihnachtskarte aus Marsberg“

wünschen wir all’ unseren

Schwestern und Brüdern,

all’ unseren

Freunden und Förderern,

all’ unseren Interessenten,

Ihren Angehörigen und Freunden

ein gesegnetes,

ein friedvolles

und gnadenreiches

Weihnachtsfest.

 

* * *

nnDnn

* * *

 

Der Orden der Armen Ritter Christi

vom Tempel Salomons zu Jerusalem

(Ordo pauperi milites Christi
de templo Salomonici Hierosalemitanis – OPMC)

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