Archiv für März, 2010

Mönchsritter

Posted in Allgemeines, Arme Ritter Christi, Historie, Templerorden with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on März 12, 2010 by armeritterschaftaachen

Es gibt einen Begriff, mit dem wir uns einmal näher befassen müssen, während wir uns in dieser vorösterlichen Zeit auf das Leiden, Sterben, auf die glorreiche Auferstehung des Jesus von Nazareth konzentrieren:

Der Ritter-Orden.

Eigentlich – so werden viele denken – ist das doch ein vollkommener Gegensatz, ein edler Ritter und ein ärmlicher, der Welt entrückter Ordensmann. Aber zum näheren Verständnis müssen wir uns gedanklich in der Zeit um ca. 900 Jahre zurück versetzen. Der Islam hatte Besitz vom Heiligen Land ergriffen, und die heiligen Stätten, die vom Leben, Wirken, Sterben und Auferstehung Christi zeugten, standen in Gefahr, der christlichen Welt für immer verloren zu gehen. Mit einem „Gott will es (Deus vult)“ überzeugte der in Rom residierende Papst die Christen, und hier vor allem die Ritter, sich zum Heiligen Land zu begeben, um im Kampf und unter dem Einsatz ihres Lebens sowohl die Heiligen Stätten, die Pilger und das Heilige Land als solches der Christenheit zu erhalten.

Diese Geschichte kennen wir ja im Großen und Ganzen, was uns Menschen im 21. Jahrhundert jedoch nicht SO Präsent ist, ist, dass man absolut keine Vorstellung davon haben kann, wie die Welt vor 900 Jahren ungefähr war. Einige Erdteile waren noch gar nicht entdeckt,  Lesen und Schreiben war nur Wenigen, meistens nur Mönchen, bekannt, viele Annehmlichkeiten, die uns heute selbstverständlich sind, waren noch gar nicht bekannt, die ganze (bekannte) Welt war so gut wie vollkommen ländlich strukturiert, denn „Städte“ gab es nur wenige, der Jahres- und Tagesablauf richtete sich einzig nach dem kirchlichen Kalender, so dass sich das Denken und Handeln des Menschen vollkommen auf das „Jenseits“ konzentrierte, so dass der Mensch des beginnenden 2. Jahrtausends sehr stark nach dem Glauben richtete, um sich einen möglichst priviligiereten Platz im himmlichen Jerusalem zu sichern. Man nennt das Mittelalter häufig auch „das dunkle Zeitalter“, aber es ist vermessen und ignorant, aus dem Blickwinkel des 21. Jahrhunderts sich so abfällig über das 11./12. Jahrhundert zu äußern. In vielerlei Hinsicht kann man diese Menschen sogar zutiefst beneiden, weil sie Werte und Ideale hatten, sie hatten einen Weg und sie hatten ein hehres Ziel – nämlich das Ewige Leben in einem Reich, das nicht von dieser Welt ist …

Was jedoch von Historikern zu Recht nicht ganz so hoch stilisiert wird, ist der Ritter als solches. Er wuchs meist in kinderreichen Familien auf, in der das Erbe des Titels und der Burg – falls überhaupt vorhanden – nur dem Erstgeborenen vorbehalten blieb, sofern er nicht vorher enterbt wurde. Die restlichen männlichen Erben mussten zusehen, wie sie zu ehren und Titeln kamen, so dass im Endeffekt viele abenteuerliche Raufbolde hervortraten, die dem Rittertum des Mittelalters eigentlich keinen guten Ruf bescherten. Das Mittelalter erlebte ja erst im 19. Jahrhundert eine Art „Renaissance“, in der auch das Leben des Ritters hoch stilisiert und idealisiert wurde – warum auch nicht …? Die ritterlichen Tugenden, die für viele von uns heute zu hohen Idealen wurden, stammen mehr aus dem 19. Jahrhundert denn aus dem Mittelalter; das soll jedoch nicht bedeuten, dass es im Mittelalter keine „richtigen“ Ritter gegeben habe.

Dem Ruf des „Deus vult“ kamen sehr viele Ritter – vor allem aus Frankreich – nach, weil sie im Kreuzzug endlich die Möglichkeit sahen, zu Ruhm und Ehren zu kommen, das sie zu Hause nicht erlangen konnten, weil sie von der Geburtenrangfolge benachteiligt waren. Der historischen Wahrheit ihren Tribut zollend, müssen wir uns schon mit der Feststellung begnügen, dass viele dieser ins Heilige Land pilgernden Ritter eher peinlich waren, weil sie sich lieber aufs Plündern und Brandschatzen konzentrierten, als sich der Verteidigung der christlichen Stätten hinzugeben. Aber um die wollen wir uns heute nicht kümmern …

Uns interessieren die Ritter, die den Auftrag der Kirche und des Königs sehr ernst nahmen. Immerhin galt es, das Land, in dem Jesus von Nazareth geboren, in dem er gelehrt, geheilt und gelitten hat, und in dem er gestorben und glorreich auferstanden ist, von den Ungläubigen zu beschützen. Es galt, den Pilgerströmen, die ihr seelisches Heil nur darin sahen, größte Opfer auf sich zu nehmen, um das Heilige Land aufzusuchen, größtmöglichen Schutz anzubieten vor den Überfällen der Sarazenen. Diese Ritter sahen sich im Dienst der Kirche und sie verstanden sich unter dem Schutz der Kirche, denn – wie wir uns erinnern – der tägliche Ablauf des Mittelalter-Menschen kreiste vollkommen um den kirchliche Kalender …

Das nicht weniger dieser Ritter, die dem Ruf des „Deus vult“ folgten, im blutigen Kampf für eine heilige Sache und im Gebet und Unterwerfung vor den Geboten Gottes keinen Widerspruch sahen, liegt in der Natur der Sache, denn es GAB keinen Unterschied. Sie folgten dem Ruf Gottes, sie handelten im Auftrag Gottes und sie sahen sich unter dem besonderen Schutz Gottes. „Was ER Euch sagt, das tut!“ waren neben dem „FIAT“ („so geschehe es“) die verehrungswürdigsten Worte der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, und was ER den Rittern sagte, wissen wir aus der Heiligen Schrift, die die meisten damals zwar nicht lesen konnten, die sie aber so gut wie auswendig konnten.

Es war kein großer Schritt dahin, sich in Gruppen zusammen zu finden, um der Kirche und dem König seine Kraft, seine Kampfeslust, aber auch sein Herz, seine Seele und sein Glauben anzubieten, um in der Gemeinschaft und unter dem gemeinsamen Zeichen (des Kreuzes) höhere Ziele zu erreichen. Bisher war man „nur“ dem König und der Heeresleitung hörig, nun galt es jedoch, diesen Dienst auf eine noch höhere Ebene zu heben, denn Jesus von Nazareth, der König der Könige, bestimmte eh ihren Tagesablauf. Das soll aber nicht bedeuten, dass sie zweierlei Königen dienten, dem König Jerusalems und dem König des Himmels, sondern im Dienst für den König von Jerusalem dienten sie ja Christus, weil ja jeder weltliche Herrscher ohnehin der (weltliche) Stellvertreter Christi war.

Durch Bernhard von Clairvaux, ein Ordensmann, der die Geschichte und die Geschicke Europas zu handhaben wusste wie kaum ein anderer siener Zeit, dessen Meinung und Rat Päpste, Kaiser und Könige einzuholen suchten, bekamen diese Rittergruppierungen ihre Struktur und ihren Ordenscharakter, vor allem auch dadurch, dass dieser heilge Mönch ihnen ihre Regel gab, die auch heute nichts von ihrer Wichtigkeit verloren hat.

Die Ritter waren nicht Mönche im eigentlichen Sinn, sie waren Laien in einem Orden und unterwarfen sich bedingungslos dem kirchlich-mönchischen Regeln, der Kontemplation in Form des Stundengebetes und der liturgischen Feiern, eingeschlossen. Mit dem Schwert in der Hand legten sie vor Gott und dem König ihre heiligen Gelübde ab, wissend, dass sie nun einem Kreis von Brüdern angehören, die alle ihre weltlichen Zeichen wie Wappen und Namen hintanstellen, um unter dem EINEN Zeichen des Baussant mit dem Gebet auf den Lippen den Kampf gegen den Unglauben aufzunehmen. Interessanterweise verzichtete jeder einzelne dieser Rittermönche – oder sollen wir sie Mönchsritter nennen? – auf alle weltlichen Ruhm, auf Ehre und Lob, denn sie verrichteten ihren Diest einzig zur Ehre des himmlichen Königs, ihr Motto ins Herz eingebrannt und noch im Sterben auf dem Schlachtfeld flüsternd: „… sed nomine TUO da gloriam!“

900 Jahre später tun wir Menschen uns schwer mit dieser Gedankenwelt des Mittelalters. Man muss bedenken, dass nicht nur das Heilige Land nach den Kreuzzügen verloren gegangen ist, der Tempelritter-Orden nach dem größten Justizskandal der Geschichte zerschlagen wurde, dass mit der Renaissance nicht mehr Gott, sondern der Mensch in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns gerückt wurde. Mit der französichen Revolution rollte eine Welle des Säkularismus über Europa hinweg und unendlich viele Ordenshäuser und Klöster wurden aufgehoben. Die Geschichte zeigte mit dem Ende des 18. Jahrhunderts ihre hässlichste Fratze, denn Ordnung hat aufgehört zu sein. Aufstand gegen Gott, gegen die Kirche und gegen König waren von nun an bestimmend, denn der Mensch sah sich nun vollends als der Herrscher und derjenige, der sein Schicksal in die Hand zu nehmen vorbestimmt sei. Dass diese Ansicht einhergeht mit Chauvinismus, Intoleranz und Religionsfeindlichkeit, haben wir spätestens im 20. Jahrhundert erleben können.

„Sind Ritterorden ein Anachronismus?“ wurde auf der Internetplattform dieses Ritterordens bei Facebook gefragt. Nun gut, es kam bisher noch keine Antwort. Das muss uns aber nicht stören, da die Frage im Grunde genommen eine rhetorische war. Ritter, wie wir sie aus den netten Abenteuerromanen und von den Mittelaltermärkten und Burgfestspielen kennen, gibt es keine mehr. Eigentlich haben die auch im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen. Aber es gibt in den verschiedenen Mönchsorden noch, die durch ihr Gebet und durch ihrer weltlichen Entrückung den Dialog stellvertretend für die in der Irre wandelnden Menschen aufrechterhalten.

… Und es gibt die Ritterorden, die mit möchischen Idealen und mönchischen Gelübden fest in der Gesellschaft stehen, um mit und unter dem Zeichen des Kreuzes den Kampf gegen Intoleranz, gegen Ungerechtigkeit und gegen die Gottlosigkeit in dieser Welt den Kampf aufzunehmen. Ritterlichkeit und Mönchstum sind kein Widerspruch – ganz im Gegenteil, sie ergänzen sich gegenseitig. Wem schadet es, sich intensiv mit den ritterlichen Tugenden und den damit versehenen hohen, vielleicht sogar höchsten (Menschheits-)Idealen auseinander zu setzen, um dem Ruf des himmlischen Königs zu folgen, der uns  nicht nur das göttliche Gebot der Gottes- und Nächstenliebe auferlegt, der uns auch beruft, SEIN Kreuz auf uns zu nehmen, um IHM im Nächsten zu dienen.

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Archäologen überrascht: Nagel von Jesus‘ Kreuzigung gefunden?

Posted in Arme Ritter Christi, Historie, NEWS on März 3, 2010 by Bruder Berthold

Bei einer abgelegenen Festung auf einer winzigen Insel vor Madeira fand man einen rund zehn Zentimeter langen Nagel. Es gibt Anzeichen, dass er für die Tempelritter eine grosse Bedeutung hatte. Ist es möglich, dass er tatsächlich bei der Kreuzigung von Jesus eine Rolle spielte?

Der Nagel wurde auf der kleinen Insel Pontinha vor dem portugiesischen Eiland Madeira gefunden. Archäologen vermuten laut der britischen Zeitung Daily Telegraph, dass er einer von tausenden ist, die während Kreuzigungen im Römischen Reich verwendet wurden (siehe InfoBox).

Der Nagel ist laut den Wissenschaftlern nicht – wie aufgrund seines hohen Alters zu erwarten wäre – rostig und rauh, sondern völlig glatt. Daraus schliessen sie, dass er im Laufe der Jahrhunderte von vielen Händen berührt wurde. Dies wiederum deutet darauf hin, dass er für etwas ganz Besonderes gehalten wurde.

Die Festung auf Potinha gehörte wohl dem Templerorden; einem militärischen Mönchsorden, der in der Folge des Ersten Kreuzzugs entstand und zu Beginn des 14. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Gemäss einem Mitglied des modernen britischen Templerordens (Knights Templar of Britannia), der den Nagel für eine bedeutende Entdeckung hält, waren die mittelalterlichen Tempelritter vermutlich davon überzeugt, mit eben diesem Nagel sei Jesus ans Kreuz geschlagen worden, und verehrten das Objekt wie eine Reliquie.

Sie konnten ja nicht — wie die heutigen Archäologen — wissen, dass das rund zehn Zentimeter lange Metallstück erst im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus gefertigt wurde.

Quelle: http://www.20min.ch/wissen/news/story/Nagel-von-Jesus–Kreuzigung-gefunden–24729772