Archiv für Oktober, 2007

Rehabilitierung des Templer-Ordens

Posted in NEWS on Oktober 26, 2007 by Bruder Berthold

Rehabilitierung des Templer-Ordens

Am 6. Oktober 2007 meldete „Der Spiegel“ in einem Artikel „Vatikan-Buch spricht Tempelritter frei“. Die“Süddeutsche“ folgte am 7.10. mit der Headline „Tempelritter rehabilitiert, Ordentlicher Orden“, die „Welt“meldete am 8.10. „Clemens der V. ist schuld“ und „Die Zeit“ titelte „Die Tempelritter waren keine Ketzer“. Alle deutschen Medien hatten plötzlich ein Thema, das für eine Sensation gehalten wurde, obwohl der Journalist und Autor Schwenteck es in seinem Buch „Das Jahrtausendkomplott“ bereits ausführlich behandelt hatte und dafür mit Spott und Intrigen überschüttet worden war.

Vorausgegangen war eine Ankündigung des Vatikan, am 25.10.2007 ein Buch über die Templer-Prozesse herauszugeben, dessen Mittelpunkt das berühmte „Pergament von Chinon“ sein sollte, der Beweis dafür, dass die Templer seinerzeit unschuldig waren. Das Papier war 2001 von der Wissenschaftlerin Dr. Barbara Frale in den Vatikanischen Archiven neu entdeckt worden, nachdem es im letzten Jahrhundert schon einmal gesichtet worden und dann verschwunden war. Dr. Frale fand es nun, abgelegt unter falscher Bezeichnung und unter einem falschen Jahrhundert. Absicht?

Der Vatikan bezeichnete die Nachricht von der nun erwiesenen Unschuld der Templer, dass diese nun als rehabilitiert gelten können, umgehend als „haarsträubenden Unsinn“. Michael Hesemann, deutscher Historiker und Spezialist für Kirchengeschichte äußerte daraufhin: „Ich weiß nicht, wer von „haarsträubendem Unsinn“ sprach, aber offenbar hat dieser Herr die Prozessakten noch nicht gelesen…Aus diesen geht nämlich eindeutig hervor, dass die Anschuldigungen…unhaltbar waren.“ Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Vatikan-Buches redete sich der Leiter des Vatikan-Archivs, Erzbischof Raffaele Farina aus der Affaire, indem er mitteilte, dass sein Archiv weder Verurteilungen noch Rehabilitierungen aussprechen könne. Dafür wäre das Archiv nicht zuständig. Soweit ein Bericht der Tagesschau der ARD am 25.10.2007.

Immerhin wurde von einem Justizmord gesprochen, wofür die Schuld, wie hätte man es anders erwarten können, ausschließlich auf den französischen König Philipp IV. geschoben wurde. Sei es, wie es ist, an einer Rehabilitierung der Templer lässt sich nichts mehr ändern. Es ist lediglich die Frage, ob diese von Historikern ausgesprochen wird oder ob man auch Rom dieses Recht noch zubilligen will.

Das Vatikanische Archiv beschreibt das Protokoll selbst, wie folgt: „Der Akt von Chinon, der den Tempelorden nicht aufgelöst sondern vielmehr losgesprochen hatte, war eine notwendige Voraussetzung für die Reform, blieb aber leeres Wort. Die Reaktion der französischen Monarchie löste einen regelrechten Erpressungsmechanismus aus, woraufhin Clemens V. 1312 während des Konzils von Vienne auf einen fragwürdigen Kompromiss eingehen musste: da der Papst sich dem König von Frankreich, Philipp dem Schönen, der den Tempelorden auflösen wollte, nicht widersetzen konnte, enthob er den Orden aus der zeitlichen Realität. Ohne ihn zu verdammen noch abzuschaffen isolierte er ihn vielmehr dank eines wendigen Kunstgriffs des kanonischen Rechts und versetzte ihn in eine Art von “Winterschlaf”. Nachdem Clemens V. ausdrücklich erklärt hatte, der Prozess hätte nicht die Anklage der Häresie bewiesen, löste er dann den Orden der Templer auf, und zwar in einem nicht endgültigen Urteilsspruch, den ihm die äußerste Notwendigkeit auferlegt hatte, um eine ernste Gefahr von der Kirche abzuwenden.“

Halten wir also fest, dass auch nach Ansicht der Kirche der Urteilsspruch nicht endgültig war.
Sicher ist, dass sich Bertrand de Got, der sich als Papst „Clemens V.“ nannte, zwar in einer Abhängigkeit zu Philipp IV. stand, jedoch mit diesem befreundet war. Der König hatte ihm u.a. dazu verholfen, Papst zu werden. Clemens war von Anfang an über das Komplott informiert und er war einzige Instanz über den Templern. Indem er den Prozess der Krone überließ, brach er das Recht, dass der Vatikan selbst den Templern zugebilligt hatte. Doch der Papst konnte sich selbst gegen seine Bischöfe auf dem Konzil nicht durchsetzen, als es um eine offizielle Verurteilung der Templer ging. Nur aus dieser Situation resultierte der „wendige Kunstgriff des kanonischen Rechts“, wie es die Kirche heute beschreibt. Es spricht jedoch weder die Kirche noch den Papst von Schuld frei.
Die Schuld reicht von Mord, Verschwörung und Verfolgung von. Minderheiten bis zu vorsätzlicher schwerer Körperverletzung, Verleumdung und Diebstahl. Und diese Schuld trifft den französischen König und den Papst gleichermaßen.
Die katholische Kirche wäre nicht die katholische Kirche, ohne beim Zugeben von Schuld oder Teilschuld Kapital für sich herauszuschlagen. So wurden die Protokolle als Facsimile zwar prachtvoll gebunden und 799fach zu einem Stückpreis von 8.377,- $ verkauft, was dem Klerus wieder eine runde Summe von 6.693.223,- $ beschert, jedoch bleibt ein schaler Beigeschmack, denn man hat bei der Veröffentlichung sicherlich unter Druck gestanden.

Der Templer-Orden hat zu keiner Zeit aufgehört, zu existieren. Als die Kardinäle Ratzinger und Sodano auf Anweisung Papst Johannes Paul II. die Prozessakte studierten, war ihnen dieses ebenso bekannt, wie die Tatsache, dass die Templer durch ihre Grabungsfunde auf dem Tempelberg in Jerusalem weitreichende Kenntnisse über Dinge erlangt hatten, die die Kirche auch heute noch mit Stillschweigen behandelt. Bernhard von Clairvaux war es, der Rom damals das Ruhighalten der Templer zusagte und dafür dem Orden weitreichende Privilegien verschaffte, was jedoch nicht verhindern konnte, dass sich der Orden, bedingt durch die Ergebnisse der Grabungen, aber auch hervorgerufen durch die Resultate der vielen Kontakte mit Juden und Arabern, grundsätzlich von den Dogmen der katholischen Kirche entfernte.

Potsdam, 26.10.2007 Pressemitteilung

Warum waren die Templer niemals Ketzer?

Posted in Arme Ritter Christi, Templerorden on Oktober 8, 2007 by Bruder Sven

Um den Schatz der Tempelritter ranken sich bis heute Legenden. Einer Archivarin des Vatikans sind 700 Jahre alte Prozessakten in die Hände gefallen, die das Ende des Templerordens beleuchten. Sie widerlegen die Behauptung des französischen Königs, dass die Templer Ketzer gewesen seien – weshalb er die Spitzen des Ordens bei lebendigem Leib verbrennen ließ.

Das Geheimarchiv des Vatikans hat für den 25. Oktober zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf der überraschend aufgefundene Akten zum Prozess gegen die Templer im 14. Jahrhundert vorgestellt werden sollen. Berichte, die vorab schon davon gesprochen haben, dass der im Jahr 1312 aufgehobene Ritterorden nun vom Vorwurf der Ketzerei als rehabilitiert gelten könne, wurden heute von berufenen Stellen im Vatikan als „haarsträubender Unsinn“ bezeichnet. Denn in Wahrheit sei der legendäre Ritterorden vom Heiligen Stuhl nie als ketzerisch (oder häretisch) verurteilt worden.

 

In der Bulle „Vox in excelso“ von Papst Clemens V. vom 22. März 1312 heiße es vielmehr wörtlich: „Nun kann der erwähnte Orden (der Templer) aus dem bisherigen Prozessverlauf freilich nicht durch einen definitiven Urteilspruch kanonisch als häretisch verurteilt werden“.

Am 3. April 1312 wurde die Bulle auf dem Konzil von Vienne (1311 bis 1312) vor allen anwesenden Bischöfen verlesen. Seitdem dürfe dieses Urteil als öffentlich und bekannt voraus gesetzt werden. Der objektive Grund für die Aufhebung des Ordens seien hingegen schwere Anschuldigungen gewesen, mit denen die Templer sehr in Verruf geraten seien. Andere Orden wären vom Papst schon wegen viel geringfügiger Anschuldigungen aufgehoben worden. Doch anders als andere Orden haben die Templer eine unvergleichliche Geschichte und Legende, die sie immer wieder neu in Erinnerung bringt.

Offiziell gelten die Templer bis heute als Gotteslästerer. In dem am 25. Oktober erscheinenden Werk mit dem Titel „Processus contra Templarios“ werden jetzt erstmals Reproduktionen der Prozessakten gegen die Tempelritter sowie das brisante Dokument „Pergament von Chinon“ veröffentlicht, teilte der Vatikan mit.

Darin wird deutlich, dass der Papst die vom französischen König Philipp IV. eingekerkerten höchsten Würdenträger des Ordens selbst befragte und ihnen anschließend die Absolution erteilte. „Das ist der Beweis dafür, dass die Tempelritter keine Ketzer waren“, sagt die Historikerin Barbara Frale. Die Wissenschaftlerin des vatikanischen Geheimarchivs hatte das Schriftstück 2001 zufällig entdeckt.

Die Geschichte der Templer

Ihr erstes Hauptquartier hatten sie im Jahr 1118 neben der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem, wo vor 7 Jahren die zweite Intifada ihren Anfang nahm (und wo sich vielleicht auch noch einmal die allerletzte Intifada vor dem Ende der Tage entzünden wird).

Zur Zeit der Kreuzzüge war diese Moschee jedoch in die prominenteste Marien-Basilika des Heiligen Landes umgewandelt worden – während sich der muslimische Felsendom, dessen Goldkuppel sich über der Mitte des ehemals jüdischen Tempelbergs erhebt, zwischen den Jahren 1099 und 1187 für ein knappes Jahrhundert in einen christlichen „Templum Domini“ verwandelte: zu einem „Tempel des Herrn“, weil Europas erste Zionisten, als die man die christlichen Kreuzfahrer auch verstehen muss, damals noch dachten, hinter den Kacheln des Felsendoms Reste vom Tempel des Herodes wieder zu erkennen, den Jesus, „der Herr“, selbst noch vor Augen gehabt hatte (und auf den er wohl schaute, als er drüben auf dem Golgatha seinen Geist aufgab).

Dem Komplex dieser Gebäude verdanken die Templer jedenfalls ihren vollständigen Namen, von der „armen Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel“.

Wie das Zusammenspiel von Nitro und Glyzerin

Arm blieben sie jedoch danach nicht lange. Um christliche Jerusalem-Pilger wirksam vor aggressiven Muslimen und normalen Räubern zu schützen, hatten sie damals auf dem Tempelberg in Jerusalem den ersten Orden Europas gegründet und entwickelt, in dem Ideale des Rittertums mit Idealen der Mönche verschmolzen wurden.

Die revolutionäre Legierung war brisant wie das Zusammenspiel von Nitro und Glyzerin. Für die Templer begann danach eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen, die auch innerhalb der Christenheit schon bald begehrliche Blicke auf sie lenkte. Im Gegensatz zu den Maltesern etwa oder den Grabesrittern haben sie das Mittelalter deshalb nicht überlebt.

Spekulationen ohne Substanz

Missgunst, purer Neid und üble Verleumdungen ließen Philipp IV., „den Schönen“, von Frankreich die Templer im Jahre 1307 unter dem Vorwurf der „Ketzerei“ wie Hasen jagen und ihren überreichen Besitz für die königliche Schatulle beschlagnahmen. Danach löste Clemens V. löste auf französischen Druck den Orden auf.

Durchgesickerte Nachrichten hatten nun jedoch davon gesprochen, dass das Geheimarchiv des Vatikan bald ein neu entdecktes Pergament vorlege, das belege, dass der gleiche Papst im selben Jahr auch schon die Templer um Vergebung gebeten habe.

Die Nachricht einer umfassenden „Rehabilitation“ klang wie eine kleine Bombe. An dem Unrecht, das den Templern angetan worden war, bestand ohnehin kaum je ein Zweifel. Explosiver wirkten deshalb erste Mutmaßungen, ob vielleicht danach der Orden noch einmal neu auferstehen könne in einer Zeit, die den Tagen der Kreuzfahrer in ihrer Dramatik in nichts nachsteht. Solchen Spekulationen wird aber auch die Pressekonferenz am 25. Oktober gewiss keine konkrete Neuigkeiten hinzufügen können.

Von Paul Badde 8. Oktober 2007, 14:29 Uhr