Archiv für Mai, 2010

Veni Creator Spiritus

Posted in Arme Ritter Christi with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on Mai 22, 2010 by Bruder Berthold

Komm, Heiliger Geist …

Sehr geehrte Damen und Herren,

verehrte Interessenten und Freunde,

liebe Brüder und Schwestern,

versetzen wir uns mithilfe des Neuen Testaments fast 2000 Jahre zurück:

Maria, die Mutter Jesu, sitzt mit den 11 Aposteln in Jerusalem in einem Versteck. Die heilige Stadt ist nach der Kreuzigung, nach der Auferstehung und nach der Himmelfahrt Jesu immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Die Apostel wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen … ihr Herr, ihr Meister, Ihr Lehrer … ihr Gott hat sie verlassen.

Ich bin bei Euch bis ans Ende der Zeiten“ hatte Jesus ihnen gesagt, bevor er in den Himmel aufgefahren ist. Und nun sitzen sie hier in Jerusalem, einsam, verlassen, ängstlich, nicht wissend, was die Zukunft ihnen bringen wird. Doch von der einen zur anderen Minute kam der Heilige Geist über die Zwölf, sie wurden vom Geist umweht, vom Geist ergriffen. Sie wurden be-Geist-ert, denn mit EINEM Mal verstanden sie ALLES. Jesus von Nazareth WAR tatsächlich mitten unter Ihnen. Die Herabkunft des Heiligen Geistes kann man die Geburtsstunde der Kirche bezeichnen, denn die Apostel gingen hinaus in die Stadt, in die Welt und bekannten sich zu Christus und verkündeten Seine Botschaft. Der Geist Jesu wehte um den ganzen Erdball – bis hinein in unsere Zeit.

Feuer, das ist das Symbol des Heiligen Geistes, Feuer und Flamme. Wenn unsere Einstellung zu Gott jedoch allzu sehr verwässert ist, kann auch das Feuer des Heiligen Geistes nicht viel ausrichten. Und dass der Glaube in Europa ziemlich verwässert ist, darüber gibt es keine Zweifel. Das Feuer des Heiligen Geistes fehlt, es fehlt die Wärme des Feuers, die Wärme des menschlichen Miteinanders. Alles erkaltet, und der Mensch ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, sein eigenes Wohlergehen, während er desinteressiert zu schaut, dass Kinder in seiner Nachbarschaft hungern, Obdachlosigkeit immer größer wird. Hunger und Not ist nicht nur ein Problem in den entfernteren Zonen unserer Erde ist, sondern auch direkt vor unserer Haustür.

Deutschland hat so viele Schulden wie noch nie, aber die Managergehälter sind im 7-stelligen Bereich. Und selbst wenn sie von der Bildfläche abtreten oder abgetreten werden, bekommen sie noch Millionen als Dank hinterher geschoben. Doch die Durchschnittsfamilie versucht krampfhaft, mit ihrem schwer verdienten Geld bis zum Monatsende zu kommen. Um es einigermaßen zu schaffen, müssen beide Elternteile arbeiten gehen. Das wiederum bringt in gewisser Weise eine Vernachlässigung der Kinder mit sich. Ganz davon abgesehen wissen viele Eltern nicht, was ihre Kinder tun, ob sie in der Schule und nach der Schule überhaupt sicher sind.

Wir haben ja schon mehrfach darauf hingewiesen, dass in unserem Land die (wenigen) Reichen immer reicher werden, während die vielen Armen immer zahlreicher und ärmer werden – ein Teufelskreis – im wahrsten Sinne des Wortes. Uns von der Armen Ritterschaft ist ja nicht nur daran gelegen, all unsere Kräfte aufzubieten, um zu helfen wo wir nur können. Es sei uns aber auch gestattet, den Finger auf die Ursachen des ganzen Schlamassels zu legen, sozusagen den moralischen Zeigefinger. Wir sind keine Wirtschaftsexperten um zu ergründen, woher die Wirtschaftskrise kommt und wie sie überwunden werden kann. Man braucht aber kein Harvard-Professor zu sein um zu erkennen, dass die weltweite wirtschaftliche Katastrophe, die noch viel schlimmer zu werden verspricht als uns vorgegaukelt wird, hausgemacht ist. Aber keine Sorge, liebe Freunde, liebe Schwestern und Brüder, die Manager-Gehälter werden im 7-Stelligen Bereich bleiben. Es wäre doch ZU schade, wenn wir sie im Kreise derer wiederfinden würden, die sich in irgendeiner der vielen Städte, in denen eine „Tafel“ angeboten wird, in einer langen Schlange anstehen sehen würden.

Solche „Tafeln“ gibt es mittlerweile sehr viele, und es ist mein persönlicher Wunsch nicht nur an alle Mitglieder, sondern auch an alle Interessenten und Freunde, sich in ihrer Stadt zu erkundigen, ob es dort eine „Tafel“ gibt, bei denen sie helfen können. Menschen, die am Existenzminimum leben, Obdachlose, mehr und mehr Familien mit Kindern nehmen das Angebot an und lassen sich von den örtlichen „Tafeln“ etwas zu essen geben. Helfen wir mit, wo wir können. Klappern wir Geschäfte und Warenhäuser ab, ob sie etwas für die örtliche „Tafel“ zur Verfügung stellen können – das tun sie in der Regel. Und GEBEN wir den vielen hungrigen Menschen was zu essen – die meisten von ihnen KÖNNEN nichts dafür, dass es ihnen in unserem ach so reichen Land nicht so gut geht.

Es interessiert uns nicht, welche Politiker an der Macht sind und was sie zu tun versprechen – besonders vor den Wahlen – um die Not der Einzelnen zu mildern. Es ist nicht an uns zu politisieren und zu philosophieren, vor allen ist es nicht an uns zu polemisieren. Es ist an uns zu helfen. Und wir helfen mit Freuden auch anderen beim Helfen, wie zum Beispiel einem Verein, den wir mit großer Freude als unseren neuen Partner gewinnen konnten: Die Ritter von der fürstlichen Tischrunde e.V.

Ihr Einsatz ist enorm, ihre Reverenzen sind ausgezeichnet, und in ihrem Schirmherren, Seiner Hoheit Graf Floris Freiherr von Pallandt, haben sie einen Mann von Weltruf als Aushängeschild.

Wir sind stolz, nach dem Kinderhospiz Löwenherz, nach der „Guten Stube“ und all den hervorragenden und vor allem unterstützenswürdigen Vereinen Ihnen/Euch  wiederum einen Verein ans Herz legen zu dürfen, dem mit all uns zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen werden muss, denn es handelt sich um mittellose und hungrige Familien in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Helfen Sie UNS zu helfen!

Wenn die Gesellschaft immer kälter und herzloser wird – müssen wir es nicht auch noch werden. Wir KÖNNEN es gar nicht werden, wissen wir unseren Herrn und Erlöser Jesus von Nazareth in unserer Mitte. Wissen wir doch, dass ER uns seinen Geist sendet, auf dass wir von dem Feuer und der Flamme Gottes ergriffen werden, damit wir uns nicht irgendwo ängstlich in irgendeiner Höhle zu verstecken brauchen – sondern um hinaus zu gehen und … CHRIST zu sein: Mit Christus, in Christus und FÜR Christus.

Es ist Christus Jesus, der uns be-GEIST-ern kann für unseren Orden und unsere Arbeit. Lassen wir uns von seinem Geist packen, auf dass WIR begeisternd werden für andere. Das leuchtend rote Kreuz auf unseren Mänteln ist kein Mode-Accessoire, es ist Pflicht und Auftrag, auf DEN hinzuweisen, der uns zusammen geführt hat – im Heiligen Geist.

Ich wünsche Ihnen/Euch allen mitsamt Ihren/Euren Familien ein GEIST-reiches, ein gesegnetes Pfingst-Wochenende, voller Feuer und Flamme von und für Jesus Christus, der immer bei uns ist, bis ans Ende aller Zeiten.

NNDNN

++ F Berthold Möller PCCTSH

Großmeister

zum Pfingstfest des Jahres 2010