Archiv für Oktober, 2011

Zum 13. Oktober

Posted in Arme Ritter Christi, Historie, NEWS, Pressemitteilung, Templerorden, Wort zum Sonntag with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on Oktober 13, 2011 by Bruder Berthold

Worte des Großmeisters des OPMC

zum 13. Oktober (2011)

Meine lieben Schwestern und Brüder in Christo,

liebe Freunde und Interessenten

des Ordens der Armen Ritter Christi und der Gabriel-Gesellschaft,

wir begehen heute wieder einmal einen denkwürdigen Tag, an dem ich die große Freude habe, einige Worte direkt an jeden von Euch persönlich zu richten.

Nicht Trauer soll uns diesen Tag begleiten, sondern Stolz und Ermutigung!

Heute ist der 13. Oktober, der für unseren Orden wichtigste Tag, gedenken wir all unserer armen, treuen und standhaften Vorfahren, die mit diesem historisch wichtigen Datum des Jahres 1307 Opfer von Intrige, Missgunst, Habsucht und Hass wurden. Unser Orden feiert aber heute auch den 2. Jahrestag seines Bestehens – heute ist also unser 2. Geburtstag, und ich möchte Euch, ich möchte uns allen, liebe Brüder und Schwestern, meine herzlichsten Glück- und Segenswünsche übermitteln.

Der 13. Oktober 1307, der der Geschichte der Menschheit den Aberglauben vom „Schwarzen Freitag“ und von der „13“ als Unglückszahl beschert hat. Mit dem „13. Oktober“ und vor allem mit dem Tod des Großmeisters Jacques de Molay knapp sieben Jahre später begann überhaupt die Zeit, in der der hochehrwürdige Tempelritter-Orden nur noch im Lichte des Aberglaubens und des Okkulten betrachtet wurde. Alles Mögliche wurde und wird heute noch den „Templern“ angedichtet, und es wird unbeschreiblich  schwer, die Welt von unseren hehren Absichten zu überzeugen.

WEN interessiert es denn, dass der Tempelritter-Orden und alle Angehörigen dieses hochehrwürdigen Ordens noch von seinen Anklägern (Papst Clemens V.) von allen seinen Anschuldigungen im Chinon-Dokument freigesprochen wurden? WEN interessiert es denn überhaupt, dass alle Bücher und Filme, die sich um die „sagenhaften Templer“ drehen, nichts als Fiktion sind? WEN interessiert es denn tatsächlich, dass diverse Vereinigungen, die sich als Symbol ein Templer-Kreuz zulegen und die sich mit Mythen, Märchen und Sagen des Mittelalters beschäftigen, mit dem Tempelritterorden absolut nichts gemein haben?

Niemanden interessiert es, und von daher haben wir einen furchtbar schweren Stand in der Gesellschaft, weil immer wieder gefragt wird, wie es denn sein kann, dass wir Nachfahren von Rittern sein können, die es seit 700 Jahren gar nicht mehr gibt und die nie rehabilitiert wurden.

Liebe Schwestern und Brüder, dadurch, dass wir eine solch schwere Ausgangsposition haben, dadurch, dass wir uns in einem Orden zusammen gefunden haben, der nicht über 9 Jahrhunderte von Kirche und Gesellschaft bevorzugt wurde, erkennen wir mit unserem Orden eine unvergleichliche Chance, unsere Verantwortung vor Gott und den Menschen gemeinsam mit unserem Primas, dem hochwürdigsten Herrn Erzbischof Muhammad Schmidt zu erkennen und zu leben. Die Güte und die Vorsehung des Allweisen Herrschers des Himmels und der Erde hat Seine Eminenz zu uns geführt, und ich erlaube mir, auch zu unserem heutigen Festtag, ihn als unser geistliches Oberhaupt in unserer Mitte willkommen zu heißen – ihn um Sein Gebet für unseren Orden und für jedes einzelne unserer Brüder und Schwestern zu bitten, so wie auch wir Seine Eminenz, den hochwürdigsten Herrn Primas Msgr. Schmidt immer in unser Gebet einschließen.

Mit dem Begriff „Gebet“ leite ich meine Gedanken an einen unserer Grundpfeiler unserer Ordensgemeinschaft, gehört das Beten gemeinsam MIT dem Arbeiten zu den Grundfesten der benediktinischen Regel. Mit dem Begriff „Gebet“ möchte ich Eure Aufmerksamkeit, liebe Schwestern und Brüder, auf all unsere Schwestern und Brüder lenken, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Was wären wir für Christen, was wären wir für Ritter, was wir für ORDENS-Ritter, die sich mit Stolz und vielleicht sogar überheblich mit dem Symbol des Todes, des Lebens und der Auferstehung Jesu Christi schmücken, und uns lassen all die Nachrichten von Tod und Vernichtung unserer Glaubensbrüder im Irak, in Vietnam, in Indien, in Ägypten kalt. Beten wir, zeigen wir Solidarität, geben wir ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht, die eben nur in unserem Herrn und Erlöser gefunden werden kann. „Selig, die um meines Namens Willen verfolgt werden, denn IHRER ist das Himmelreich!“

Wir müssen uns aber auch Folgendes vor Augen führen: Wir sind in Europa an einem Punkt angekommen, wo unsere Gesellschaft selbst an der Schwelle steht, Christen zu verfolgen, weil sie den Anspruch erheben, IN Christus Jesus die Wahrheit zu haben. Und weil Christen, weil WIR Wahrheit ER-kennen und BE-kennen, können und dürfen wir Christen nicht schweigen, wenn wir das offensichtliche Unrecht erkennen. IN Christus versuchen wir die Wahrheit von der Unwahrheit, das Recht von Unrecht, (soziale) Gerechtigkeit von Ungerechtigkeit zu unterscheiden, schenkt uns der Heilige Geist die Gabe der Unterscheidung. Doch schauen wir uns umher, in unserer Nachbarschaft, in unserer Stadt, in unserer ganzen Gesellschaft. Wo herrscht noch Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit, wenn sie nicht mehr aus Christus kommt, weil man ihn von seinem Thron gestürzt hat? Es liegt an UNS vom Orden der Armen Ritter Christi und der Gabriel-Gesellschaft – jeder mit dem ihm von Gott gegebenen Talenten, Ihm, unserem Herrn und Gott, wieder seinem rechtmäßigen Platz zuzuführen, denn – das werdet Ihr verstehen und nachvollziehen können: Wenn Christus aus dem Blickfeld und aus dem Gedächtnis der Menschen ausgelöscht worden sein wird, haben auch WIR vom Ritterorden der Armen Ritter Christi unsere Daseinsberechtigung verloren, weil wir nämlich IN und MIT seinem Heiligsten Namen wirken, zum Wohle des Nächsten.

Die „13“, meine lieben Schwestern und Brüder (um noch einmal auf unseren Festtag hinzuweisen), ist keine Unglückszahl – und mit Aberglauben und Unglauben, mit Esoterik und Okkultem haben wir ohnehin nicht das Geringste zu tun. Die „13“ ist für unsere Vorfahren der Anfang vom Ende gewesen, aber nicht Trauer oder Verzagtheit soll unseren heutigen Festtag begleiten, sondern Stolz und Ermutigung für uns – im 21. Jahrhundert – die im 13. Oktober einen neuen Anfang ergreifen in Bescheidenheit und Demut, ein Anfang in der Nachfolge Jesu und in der Tradition unserer ehrenhaften, treuen und tapferen Vorfahren, denen es nie in den Sinn gekommen wäre, den Namen des Herrn zu verunehren, die Frohbotschaft zu leugnen oder zu relativieren, Jesus Christus als ihren Herrn und König abzulehnen.

Wir wissen nicht, wie weit die Entwicklungen der kommenden Monate und Jahre gehen werden, aber ich rufe Euch HEUTE schon zu: Seid standhaft, meine Schwestern und Brüder, seid treu zum Kreuz, das Eure Brust schmückt oder eines Tages, wenn Ihr zum Ritter geschlagen werdet, schmücken wird. Euer ritterliches Leben sei ein einziges Bekenntnis zu Christus, der uns die Freiheit gebracht hat, der uns die Wahrheit und den Weg gezeigt hat. Und selbst WENN unser Herr und König es zulassen sollte, dass auch im einstmals christlichen Europa Menschen um ihres Glaubens Willen verfolgt und getötet werden, dann dürfen wir keinen Augenblick zögern, unsere wahre Berufung als Ordensritter und –Dame zu erkennen und unsere wahre Verantwortung für unsere Mitmenschen zu übernehmen, zur Ehre dessen, dem wir all unser Handeln und Denken aufopfern, auf dass nicht uns, sondern alleine IHM alle Ehre zuteil werde, gemäß unserem Motto, welches an unserem heutigen Festtag ununterbrochen auf unseren Lippen sein soll – im Gedenken an unsere treuen, tapferen und mutigen Vorfahren, Großmeister Jacques deMolay eingeschlossen.

Non nobis, Domine, non nobis, sed nomine tuo da gloriam!

Euer

Fr. Berthold Möller

Großmeister OPMC
Großmeister-General Gabriel-Gesellschaft
Vorsitzender der Gabriel-Stiftung
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