Archiv für Oktober, 2010

Mater misericordiae

Posted in Arme Ritter Christi, Kirchenjahr und Bräuche, Kontempltives on Oktober 14, 2010 by armeritterschaftaachen

 

Mutter der Barmherzigkeit,

dein Sohn hat uns berufen,

so zu werden wie Er selbst:

Licht der Welt und Salz der Erde.

 

Hilf uns

mit deiner mächtigen Fürsprache,

dass wir dieser erhabenen Berufung nie untreu werden,

dass wir unserem Egoismus nicht nachgeben,

noch den Schmeicheleien der Welt

und den Verlockungen des Bösen.

 

Bewahre uns mit deiner Reinheit,

beschütze uns mit deiner Demut

und umfange uns mit deiner mütterlichen Liebe,

die sich in vielen Seelen widerspiegelt,

die dir geweiht sind

und uns zu echten Müttern im Geiste geworden sind.

 

Mutter der Kirche,

wir Priester wollen Hirten sein,

die nicht sich selbst weiden,

sondern sich Gott hingeben für die Brüder und Schwestern

und darin ihre Erfüllung und ihr Glück finden.

Nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben

wollen wir demütig

Tag für Tag unser „Hier bin ich

sagen.

 

Von dir geführt,

wollen wir Apostel

der Göttlichen Barmherzigkeit sein

und voll Freude jeden Tag

das heilige Opfer des Altares feiern

und allen, die darum bitten,

das Sakrament der Versöhnung spenden.

 

 

Gebet von Papst Benedikt XVI.
Dreifaltigkeitskirche Fatima
12. Mai 2010

aus: Eine Minute mit Maria

Schreiben des Großmeisters zum 1. Jahrestag der PCCTSH

Posted in Allgemeines, Arme Ritter Christi, Historie, Kontempltives, Pressemitteilung, Templerorden with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on Oktober 13, 2010 by Bruder Berthold

 

Schreiben des Großmeisters der PCCTSH

Bruder Berthold Möller

zum ersten Jahrestag ihrer Gründung

(13. Oktober 2009)

 

Meine lieben Freunde und Interessenten,

liebe Schwestern und Brüder,

 

eigentlich erhaltet Ihr – außer den Tagesgebeten – nur zu ganz bestimmten Anlässen oder zu Feiertagen ein Schreiben von mir. Der Anlass dieses Schreibens ist ein äußerst erfreulicher: Die Arme Ritterschaft Christi /Pauperes commilitones Christi feiert heute – am 13. Oktober – ihren ersten Jahrestag – und dazu möchte ich Euch und uns allen von Herzen beglückwünschen.

Schon etliche Monate vor dem Oktober 2009 begannen die Aktivitäten unseres Ordens, und wie bei den meisten von Euch war das Mittelalter und die Ritterschaft im Allgemeinen der größte Stein, der den Orden zum Rollen brachte.

Was aber IST es, das solch eine Faszination auf die Menschen ausübt? Was IST es, das das Interesse der Menschen so unvergleichlich anzieht? Die Menschen des Mittelalters waren zu denen im heutigen 21. Jahrhundert alles andere als beneidenswert. Sie konnten nicht lesen, nicht schreiben, kannten nicht die hygienischen und medizinischen Vorteile, hatten keinen ausgewogenen Speiseplan, … Und doch waren sie uns um einiges voraus: Sie hatten Werte. Und sie hatten einen Glauben.

Sie hatten ein felsenfestes Gottvertrauen, der ihren kompletten Alltag bestimmte. Sie wussten sehr wohl zu unterscheiden, was des Kaisers und was Gottes ist. Ihr kompletter Jahresablauf, ihr Arbeiten, ihre familiären Begebenheiten, drehte sich ausschließlich um den Kirchen- und Heiligenkalender.

Und heute?

Wir haben uns all‘ des vermeintlichen Ballastes entledigt, wir sind „aufgeklärt“, wir sind „mündige Bürger“ – und auch noch stolz drauf. Hoch erhobenen Hauptes wandeln wir umher wissend, dass alle paar Minuten unerwünschte Kinder im Mutterleib getötet werden – Hauptsache wir konnten unserer sexuellen Lust nach gehen.

Hoch erhobenen Hauptes sehen wir hungernde Kinder am Straßenrand sitzen, deren Eltern ihren Beruf verloren haben, weil sie dem wirtschaftlichen Streben nach Gewinnzuwachs zum Opfer gefallen sind – Hauptsache, wir dürfen uns zu den reichsten Nationen der Welt zählen.

Hoch erhobenen Hauptes ignorieren wir sie Alten und Gebrechlichen unserer Gesellschaft, die aufs Abstellgleis gestellt wurden, weil sie uns in unserer Ellbogengesellschaft nur im Wege sind. Hauptsache, wir haben noch viele Jahre Zeit, bis dass uns UNSERE Kinder ausstoßen … und vergessen.

Nein! Wir sind nicht Ritter des altehrwürdigen Tempelritterordens geworden, um hoch erhobenen Hauptes daher zu schreiten. Wir sind Ritter, auf dass die ALTEN ihr Haupt erheben können, weil man ihnen wieder ihre Würde zurück gegeben hat. Und auch wer hungert, sieht keinen Anlass, sein Haupt zu erheben. Und alle Kinder sollen stolz ihr Haupt erheben dürfen, weil sie von ihrem Vater, ihrer Mutter, ihren Geschwistern und allen Verwandten geliebt werden – als Geschenk des himmlischen Vaters.

Wir sind aber auch Ritter eines Ordens, um – der Jahrtausende alten Tradition folgend – DEM die Ihm gebührende Ehre zu erweisen, Der Himmel und Erde erschaffen, Der uns den Geist gesandt, und Der durch die Jungfrau Maria geboren wurde, um uns (in Menschengestalt) zu wahrhaft freien, mündigen Bürgern zu machen, indem Er sich am Holz des Kreuzes dem Vater hingegeben hat: Gott, der Dreifaltig Eine. Was nützt uns all unser Handeln, was nützt uns all unser Tun für den Nächsten, wenn wir uns nicht dessen bewusst sind, Der uns Ge-rufen, der uns BE-rufen, der uns beauftragt hat, das Kreuz auf uns zu nehmen und – ohne Bedingungen – IHM zu folgen … ohne Fragen zu stellen, ohne Hintergedanken zu haben, ohne auch nur das Geringste als Gegenleistung zu Fordern. Denn wir sind uns bewusst, dass wir SEINE Kinder sind, also haben wir alles, was wir brauchen, nämlich die Liebe Gottes, die unbeschreiblich, die unendlich und die bedingungslos ist.

Dessen eingedenk, dürfen wir unser Haupt erheben, wissen wir um des Beistandes des himmlischen Hofes in unserem täglichen Kampf gegen Unmenschlichkeit, gegen Ungerechtigkeit und gegen Hass, Zwietracht und Neid. Wir dürfen unser Haupt erheben, dessen eingedenk, der am heutigen 13. Oktober vor 703 Jahren mit all seinen Brüdern verfolgt , verhaftet und später dem größten Justizverbrechen der Geschichte zum Opfer fiel: Jacques de Molay.

Halten wir am heutigen Festtag unseres Ordens einen Moment inne, um ihm und all unseren verehrten Brüdern, die uns in Mut, Tapferkeit und Standfestigkeit vorausgegangen sind, beten wir für SIE, beten wir für uns … und beten wir für all jene, die sich von Gott entfernt haben und die damit dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft eine weitaus bedauernswertere ist als die Gesellschaft, mit der wir uns in Mittelalter-Büchern und in der Geschichte der (Kreuz-)Ritter mit Leidenschaft beschäftigen. Halten wir aber auch einen Moment inne, um uns selbst zu erforschen, die wir Ritter der Armen Ritterschaft SIND, und die sich anschicken, ehrenwerte Ritter und ehrenwerte Damen der Armen Ritterschaft Christi zu werden. Sind wir der Nachfolge Jacques de Molays und all seiner Ritter würdig? Wissen wir um die Bedeutung und die Auswirkung des blutroten Kreuzes, welches wir auf unserem weißen Mantel tragen. Wissen wir um der Verantwortung, die wir mit dem Ritterschlag, mit der Investitur auf uns nehmen?

Kniend empfangen wir den Ritterschlag – nicht erhobenen Hauptes.

In tiefer Demut begegnen wir unserer Schwester und unserem Bruder – nicht hoch erhobenen Hauptes.

In Demut und Bescheidenheit begegnen wir den Alten, den Kindern, den Hungernden, den Obdachlosen, den Trauernden, den Arbeitssuchenden, … – nicht hoch erhobenen Hauptes.

Wir erheben unser Haupt nur, wenn es darum geht, die Ehre DESSEN mit allen möglichen Mitteln zu verteidigen, auf dessen Namen wir getauft sind: Jesus Christus.

ER, meine lieben Freunde, liebe Schwestern, liebe Brüder, segne Euch ganz besonders am heutigen ersten Jahrestag unseres Ordens ER begleite und beschütze uns und unseren Orden, ER sei es, dem alle Ehre zukommen möge, so wie es am Anfang aller Zeiten war, so wie es auch am Ende aller Zeiten sein wird.

In Demut grüßt Euch in aller Brüderlichkeit

NNDNN

+++ Berthold