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Mittagessen mit Gott

Posted in Allgemeines, Arme Ritter Christi, Kontempltives, Pressemitteilung, Wort zum Sonntag with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on Juli 18, 2010 by grafvonroit

Wort zum Sonntag

18. Juli 2010

Mit Gott zu Mittag gegessen…

Es war einmal ein kleiner Junge, der unbedingt Gott treffen wollte. Er war sich darüber bewusst, dass der Weg zu dem Ort, an dem Gott lebte, ein sehr langer war. Also packte er sich einen Rucksack voll mit einigen Coladosen und mehreren Schokoladenriegeln und machte sich auf die Reise.

Er lief eine ganze Weile und kam in einen kleinen Park. Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute, die vor ihr nach Futter auf dem Boden suchten.

Der kleine Junge setzte sich zu der Frau auf die Bank und öffnete seinen Rucksack. Er wollte sich gerade eine Cola herausholen, als er den hungrigen Blick der alten Frau sah. Also griff er zu einem Schokoriegel und reichte ihn der Frau.

Dankbar nahm sie die Süßigkeit und lächelte ihn an. Und es war ein wundervolles Lächeln! Der kleine Junge wollte dieses Lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine Cola an.

Und sie nahm die Cola und lächelte wieder – noch strahlender als zuvor. Der kleine Junge war selig.

Die beiden saßen den ganzen Nachmittag lang auf der Bank im Park, aßen Schokoriegel und tranken Cola – aber sprachen kein Wort.

Als es dunkel wurde, spürte der Junge, wie müde er war und er beschloss, zurück nach Hause zu gehen. Nach einigen Schritten hielt er inne und drehte sich um. Er ging zurück zu der Frau und umarmte sie.

Die alte Frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes Lächeln.

Zu Hause sah seine Mutter die Freude auf seinem Gesicht und fragte: „Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?“

Und der kleine Junge antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln!“

Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn schon auf sie wartete. Auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.

Und sie antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich gedacht habe.“


Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Mitglieder und Interessenten des Ordens,

auch heute eine kleine Geschichte zu einem Thema, wo sich jeder seine eigene Interpretation machen kann.

Diese Geschichte handelt von einem Mittagessen mit Gott.

Mittagessen mit Gott? Kann es sowas überhaupt geben? Ich denke….JA.

Wenn ihr diese kleine Geschichte gelesen habt, werdet ihr selbst darauf kommen, worin der Sinn und auch die Weisheit dieser Erzählung besteht.

Gönnen wir uns mal diese Minuten, um ein wenig darüber nachzudenken.

Ich gebe zu, dass ich  mir oft sage, hierfür oder dafür habe ich keine Zeit, da mich die Tagesgeschäfte zu sehr in Anspruch nehmen. Und doch versuche ich dann auf dem Heimweg von der Arbeitstelle meine Umwelt ein wenig bewusster wahr zu nehmen. Ich verlasse mich nicht so gerne auf die Tagesmeldungen in den Medien, da diese dazu neigen, mit vielen Worten sogut wie garnichts zu sagen. Oder sie lenken mich von den für mich wirklich wichtigen Dingen ab und füttern mich mit Informationen, die mich zu anderen Sachen „zwingen“, die ich im Grunde meines Herzens überhaupt nicht möchte und auch ablehne.

Es muss aber kein Mittagessen mit Gott sein, um ihn mir ein wenig bewusster zu machen. Oft genügt es, wenn ich einem Menschen, der mir begegnet -auch wenn ich ihn überhaupt nicht kenne- ein kleines Lächeln schenke, einen freundlichen Blick oder meine Hand ausstrecke für eine kleine Geste der Hilfe, ohne gleich etwas dafür zu verlangen.

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig geworden, dem anderen die helfende Hand hin zu halten und die „Nächsten“liebe in mein tägliches Tun zu integrieren. Auch darüber erfahre ich Gott, seine Schöpferkraft.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Wochenende

sowie einen guten Start in die kommende Woche.

NNDNN

Euer Bruder

Hans-G. Pesch von Roit

Komturei Skt. Bonifazius-Hamburg